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Menschenführung, Mitarbeiterführung, Leadership

Menschenführung, Mitarbeiterführung, Leadership: Was ist das - und was macht es aus?

Menschenführung, Mitarbeiterführung, Leadership: Was ist das - und was macht es aus? (Fachartikel von Andreas Köhler)

 

Menschenführung
Menschenführung (Leadership) umfasst alle Maßnahmen von Führungskräften, die motivierend, steuernd und richtungsweisend auf die Motivation, Kooperation, Koordination und Kommunikation von Menschen in Organisationen einwirken. Menschenführung motiviert Mitarbeiter für gesetzte Ziele und nimmt sie auf den Weg der Erfüllung der Ziele mit. Menschenführung wirkt sich im Positiven wie im Negativen auch auf das Arbeits- und Betriebsklima - und damit auf

die Produktivität und Effizienz des gesamten Unternehmens aus.

 

Unternehmen werden ausschließlich von Menschen betrieben. Die Mitarbeiter eines Unternehmens sind bekanntlich der wichtigste Faktor für Funktion, Leistungsfähigkeit und Erfolg eines jeden Unternehmens. Ohne kompetentes, zuverlässiges, motiviertes, loyales und sozialkompetentes Personal in Bezug auf Mitarbeiter und Führungskräfte kann selbst die beste Organisation und Strategie nichts bewirken. Führungskräfte brauchen daher Leadership-Qualität - und dazu gibt es viele Missverständnisse:

Leadership-Qualität...

... ist nicht nur eine Sache der individuellen Persönlichkeit und der persönlichen Einstellung und Motivation. Man kann es erlernen: Gute Mitarbeiterführung basiert auf psychologischen Erkenntnissen, guten pädagogischen und kommunikativen Fähigkeiten sowie auf emotionaler Intelligenz und einer hohen Sozialkompetenz. Wahre Leader brauchen Empathie, Rollenverständnis und die Fähigkeit zur Rollendistanz, den richtigen Umgang mit Gefühlen sowie Begeisterungs- und Überzeugungsfähigkeit. Echte Leder kennen sich mit Motivation und Motiven aus. Sie wissen: Motive kann man nicht erzeugen. Sie sind schon da. Man kennt sie bereits ab Einstellung. Die drei Grundmotive des Menschen kennen sie ebenso wie weitere individuelle Motive. Sie wissen: Motive geben den Rahmen vor, Motive steuern das Verhalten. Wer die Motive seiner Mitarbeiterkennt, dem fehlen die Hebel, dem fehlt die Fernbedienung, der agiert blind ins Blaue hinein. 

 

Echte Leder sind schlagfertig und durchsetzungsfähig. Sie beherrschen Status-Kommunikation und Status-Spiele und gehen mit Stress optimal um. Sie sind in der Lage ihre Stimmung zu kontrollieren und schaffen bei Bedarf heitere Gelassenheit. Sie sind in der Lage, ihre Gedanken zu beleben, besiegen Ängste durch Umdeutung von Emotionen und sind in der Lage, ihre eigenen Gefühle sehr deutlich von denen anderer Menschen zu trennen und dies auch bei verbalen Botschaften deutlich rüberzubringen. Sie hören hin und hören zu. Sie kommunizieren, um Feedback zu erhalten und Feedback zu geben, bauen leicht echte Beziehungen auf und sagen genau, was sie wollen. Sie nehmen andere wahr, bleiben in Kontakt und vermitteln Werte. 

 
Mitarbeiterführung basiert auf Menschenführung und Leadership-Qualität
Ähnlich wie viele andere Bereiche innerhalb von Unternehmen hat sich auch das Thema Mitarbeiterführung in den letzten Jahrzehnten stark gewandelt. Moderne Mitarbeiterführung beinhaltet nicht nur Anweisung, Ausführung und Kontrolle,
sondern beschäftigt sich mit Teambuilding und Sozialverhalten (Pädagogischer Psychologie und Sozialpsychologie sowie mit dem Erleben und Verhalten der individuellen Persönlichkeiten, kurzum mit der Psychologie). Dies gilt es, festzustellen und stetig zu verbessern. Darüber hinaus sind moderne Führungskräfte ebenso in der Lage, in Bezug auf das Betriebsklima des gesamten Unternehmens mitzudenken und kollektiv mitzuwirken.

Moderne Mitarbeiterführung bedeutet, Mitarbeiter zu begeistern. Was die Motivierung der Mitarbeiter anbetrifft, so gibt es so manchen Irrglauben. Wirkliche Motivation (intrinsische Motivation) lässt sich nicht so einfach aufbauen, wie manche immer noch meinen. Motivierung von außen (extrinsische Motivation) verpufft sehr schnell und kann sogar gefährlich sein. Führungskräfte müssen die wahren Motive ihrer Mitarbeiter kennen - und das am besten schon vor der Einstellung. Wer immer noch meint, Motivation basiere auf Vergütung und Belohnung, sollte sich mit den vielzähligen weitaus wichtigeren Motiven und den entsprechenden Motivatoren auseinandersetzen.

Nicht nur Unternehmer, sondern auch Führungskräfte müssen Visionen haben und diese vermitteln. Sie müssen Visionen und konkrete Unternehmensziele vorleben und die Mitarbeiter dazu bewegen, darauf hinzuarbeiten. Die richtige Kommunikation spielt dabei eine ebenso große Rolle wie die Wirkung des eigenen Verhaltens und das Wissen um diese konkrete Wirkung. Führungskommunikation beginnt bereits bei der persönlichen Identitätsdarstellung (inklusive dem Image und Charisma) der Führungskräfte, reicht über die schriftliche Erarbeitung und Formulierung gemeinsamer Leitsätze bis hin zum authentischen (echten, glaubwürdigen) praktischen Vorleben dieser Leitsätze im täglichen Alltag, wozu nicht nur das Arbeits-, sondern auch das Privatleben zählt.

 

Das Wissen um die tägliche Realität an der Basis ist ebenso wichtig wie das persönliche und authentische Eingehen auf die Bedürfnisse vor Ort. Kontrolle wird mit Interesse und Aufmerksamkeit kombiniert, ebenso mit Freiräumen (Freiheiten). DAzu gehört, dass Mitarbeiter eigene kreative Ideen mit einbringen können, wodurch zugleich die intrinsische Motivation gesteigert wird. Wer eine Arbeit unter Zwang ausführt, erbringt nicht annähernd die Leistung, die möglich wäre, worunter das Arbeitsergebnis beträchtlich leidet. Wer nur extrinsisch motiviert wird, neigt dazu, monotone stereotype Arbeitsabläufe (damit auch Fehler) zu wiederholen und nicht mitzudenken.

Was für ein Quatsch
Wer meint, dass Mitarbeiter nur mit mit Anreizen und Bonusprogrammen zu einer echten höherer Leistung bewegt werden können, sollte sich mit dem Thema Psychologie und moderne Unternehmensführung detailliert auseinandersetzen und gängige Personalführungs- und Entwicklungs-Systeme kritisch hinterfragen. Vieles, was man von dort kennt, wirkt aus professioneller Sicht leider sehr naiv und halbherzig und nicht selten wenig authentisch. Tatsächlich gibt es aber auch positive Beispiele. Wichtig ist, zu berücksichtigen, dass nicht jede Form der Mitarbeiterführung und -motivierung in jedes Unternehmen bzw. zu den entsprechenden Mitarbeitern passt. Ideale Systeme bedürfen der Initiierung bereits bei der Personalauswahl. Hier wird für alles der Grundstein gesetzt.

Wer folglich einen neuen Mitarbeiter bereits zu einer Bewerbung motivieren muss, muss nachher noch mehr motivieren - und genau das ist quatsch: Es ist vergebene "Liebesmühe". Wer aufgrund eines bestimmten Gehaltes oder einer wertig klingenden Positionsbezeichnung ins Unternehmen einsteigt, wird diese ungünstige Voraussetzung auch auf die Arbeit und die Mitarbeiter übertragen.

Allgemeine Grundsätze
Zu den allgemeinen Grundsätzen der modernen Mitarbeiterführung zählen u.a.:

Identifikation mit dem Unternehmen (den Unternehmenszielen, den Menschen, den Produkten und Diensten), Leben von Visionen und Strategien, aktive interne Unternehmenskommunikation, offene Kommunikation auf Augenhöhe, klare Richtungs-Vorgaben, Empathie und Aufmerksamkeit, intensive Begleitung eines jeden Mitarbeiters, Förderung von sozialkompetentem Verhalten, Begeisterung, Authentizität, Wertschätzung usw.
Wer wahre Führungsqualitäten anstrebt, sollte sich mit den Themenbereichen Psychologie, Kommunikation, Pädagogik und dem Thema Sozialkompetenz auseinandersetzen, ebenso mit emotionaler Intelligenz und den Erkenntnissen der Neurowissenschaften.

 

Eine Analyse des persönlichen Führungsstils sowie der konkreten Führungs-Methodik ist ebenso sinnvoll wie ein regelmäßiges Führungskräfte-Coaching. Wichtig ist auch eine spezielle Sensibilisierung zur Erkennung psychischer Störungen bei Mitarbeitern.  Wer also wahre Führungsqualitäten anstrebt, sollte sich mit dem Thema Mitarbeiterführung auseinandersetzen und sich entsprechend fortbilden.